Newsletter 33

3. August 2016

Farbanschlag auf neues Schild

Im letzten Newsletter vor zwei Wochen wurde darauf hingewiesen, dass unser Schild „Von hier fuhren Züge ins Gas“ in der Ellen-Epstein-Straße wieder aufgestellt wurde. Acht Tage später, in der Nacht zum 30. Juli, gab es einen Farbanschlag auf die Tafel: Das Wort GAS wurde zugestrichen, schwarze Farbe über dem Rest ausgegossen, daneben mit einem Stift „Sachlich falsch“ geschrieben.
Dieser Anschlag zeigt, dass wir mit der Aussage einen Nerv getroffen haben. Wahrscheinlich rechtsextreme Antisemiten wollen verhindern, dass daran erinnert wird, wohin ihre Politik in Deutschland schon einmal geführt hat. Dies ist besonders jetzt wichtig, wo mit der NPD, AfD und Pro Deutschland gleich drei rechtsradikale Parteien ihre Plakate zur Abgeordnetenhauswahl aufhängen.

Noch in der Nacht zum Sonntag wurde von uns eine Pressemitteilung herausgegeben. Mehrere Tageszeitungen sowie die RBB-Abendschau haben daraufhin von dem Anschlag berichtet.
Noch am selben Tag hat jemand uns Unbekanntes bei der Polizei Strafanzeige gestellt, der Polizeiliche Staatsschutz hat die Ermittlungen übernommen.
Zwei Tage später wurden am Schild Teile wieder lesbar gemacht, die Parole „Sachlich falsch“ wurde entfernt. Auch hier wissen wir nicht, wer das war. Wir freuen uns aber sehr, dass sich Menschen selbstständig dafür engagieren, dass die Erinnerung an den Holocaust nicht verhindert werden kann.

Gedenkort im Winter oder Frühjahr

Trotz allem ist das Schild nur eine vorübergehende Erinnerung. Etwa in einem halben Jahr soll an gleicher Stelle ein offizieller Gedenkort entstehen. Noch in diesem August fällt die Entscheidung der Jury, welcher der Entwürfe realisiert werden wird. Die Vorschläge werden dann in der Topografie des Terrors ausgestellt. Wir bemühen uns derzeit darum, wenigstens den Siegerentwurf danach ebenfalls öffentlich vorstellen zu können. Leider ist unser Verein nur als Beobachter zugelassen, nicht als Teil der Jury.